Jeder braucht mal Hilfe

Jeder von uns war sicherlich mal im Krankenhaus. Vielleicht waren einige auch schon in einem Pflegeheim und haben die Großeltern oder Bekannte besucht. Für die Pflege der Patienten dort sind sogenannte Pflegekräfte zuständig. Diese Menschen kümmern sich um die Genesung der Kranken oder helfen Menschen, ihren Alltag zu meistern, wenn sie dies nicht mehr selbstständig können. Leider ist dieser Beruf in den letzten Jahren sehr unattraktiv geworden und immer weniger wollen ihn ausführen. Bis 2025 sollen ca. 112.000 Vollzeitkräfte fehlen. Doch was ist die Ursache dafür, dass die Arbeit als Pflegekraft so unbeliebt geworden ist?

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Das Hauptproblem ist, dass man in den Pflegeberufen viel zu wenig verdient. Eine Pflegekraft erhält gerade mal 2.150 – 3.100 Euro brutto im Monat. Das sieht auf den ersten Blick nach viel Geld aus, wenn man aber mal genau betrachtet, was die Angestellten alles leisten, dann wirkt es doch ganz schön wenig. Und jetzt mal ehrlich, wer von uns achtet denn bei der Berufswahl nicht auf das Gehalt? Da muss man schon mit viel Leidenschaft dabei sein, dass einen das nicht beeinflusst. Allerdings bietet die Ausbildung in der Pflege eine vergleichsweise hohe Ausbildungsvergütung. So verdient man im ersten Ausbildungsjahr ca. 1.100 Euro brutto, im zweiten ca. 1.150 Euro brutto und im letzten Jahr ca. 1.250 Euro brutto. Jedoch gibt es nach Abschluss der Ausbildung dann leider auch nicht mehr viele Chancen, das Gehalt zu steigern. Dies führt dazu, dass sehr wenige Menschen diesen Beruf ausführen wollen. Dadurch entstehen personelle Engpässe, die wiederum zu steigender Unzufriedenheit des Personals führen. Außerdem veranlassen zunehmend körperliche und psychische Belastung immer mehr Pflegekräfte, ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Selbst die Regierung hat mittlerweile immense Probleme, etwas dagegen zu tun. In den letzten Jahren stiegen die Kosten der Personalakquise enorm.

Natürlich spricht auch einiges für den Beruf. So spielt der soziale Aspekt eine sehr große Rolle. Wer also Spaß daran hat, Menschen zu helfen und ihnen in schweren Zeiten beizustehen, ist hier genau richtig. Außerdem gibt es kaum einen Job, der so vielfältig ist wie dieser. Man arbeitet mit Personen jeden Alters und in den verschiedensten Bereichen. Zudem hat man zahlreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Nach der Ausbildung könnte man sich zum Beispiel auf die Intensivpflege spezialisieren, Praxisanleiter werden oder gar an einer Fachhochschule studieren. Und Sorgen um die Zukunft muss man sich auch nicht machen. Pflegekräfte werden immer gebraucht, also kann man sich sicher sein, dass man nach der Ausbildung mit offenen Armen am neuen Arbeitsplatz willkommen geheißen wird.

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Ich für meinen Teil hoffe, dass die Attraktivität für diesen Beruf bald wieder steigt, denn irgendwann braucht jeder von uns einmal Hilfe!

A. S.

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